Julias Masterstudium an der University of Waikato 2019

11.01.2022

Julias Erfahrungsbericht zum Masterstudium an der University of Waikato

Julia begann 2019 ihr Masterstudium in Management Studies in Management Systems an der University of Waikato. Sie sagt: "Hamilton hat mich total überrascht und ich habe mich dort richtig zu Hause gefühlt. Da Hamilton eher nicht auf der typischen Reiseliste von Touristen steht, hat man die Chance echten Kiwi Lifestyle zu erleben. Ich habe noch nie in einem so lebendigen Ort gewohnt."

Universität im Ausland: The University of Waikato - Te Whare Wananga o Waikato

Studiengang: Master of Management Studies

Belegte Schwerpunkte im Studium und Ablauf:  

  • 1. Semester
    - Entrepreneurship, Theory and Practice
    - Digital Business Management
  • 2. Semester
    - Research Methods in Management Studies
    - E-Enabled Agile Supply Chains
  • Summer
    - University of Waikato Summer Research Scholarship (Healthcare topic)
  • 2020-2021
    - Management Systems Dissertation

Vorbereitung: Erzähle uns von der Vorbereitung deines Auslandsstudiums

Abenteuer angefangen. Dies war notwendig, da ich mich auf ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdiensts bewerben wollte, um einen Master an der University of Waikato stemmen zu können. Ohne das GOstralia! GOzealand! Team wäre es nie dazu gekommen. Sie haben mir so sehr geholfen: Durchrechnen der Finanzierung, Tips rund um den Bewerbungsprozess um ein Stipendium beim DAAD, Erstkontakt zur Uni, Auswahl eines geeigneten Kurses für den Sprachnachweis...es war eine wahre Orga- und Papierschlacht. Und dann, ein gutes halbes Jahr vor dem potenziellen Studienstart, kam die Nachricht: "Sie haben das Stipendium!" Ich habe mich so sehr gefreut.
Nun kam Orga-Teil 2, inklusive Auflösen meiner Wohnung, Absprachen mit meinem Arbeitgeber, Suche einer Unterkunft in NZ, Flugbuchung und Visa Antrag. Da ich fast zwei Jahre in Neuseeland sein würde, habe ich für die ersten Wochen ein Zimmer über airbnb gebucht. So konnte ich mir die Wohnungen vor Ort ansehen und musste nicht blind einziehen (günstige Wohnungen in NZ haben einen Hang zu Schimmelbildung). Das Warten aufs Visum war eine Zitterpartie. Mein Semester startete im Februar. Den Antrag habe ich wegen verschiedener Fristen erst Anfang Dezember stellen können und damit die neuseeländische Sommerpause erwischt, sodass ich das Visum erst haarscharf vor der Ankunft in Auckland erhalten habe. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade bei einem Zwischenstopp in Bali. Zum Glück konnten mir die netten Leute dort helfen die Unterlagen zu drucken, sodass ich den letzten Teil der Reise antreten konnte.
Die Vorbereitungszeit war intensiv, aber die Vorfreude aufs Studium und Neuseeland dafür umso größer.

 

Uni und Campus: Wie hat dir die Uni gefallen? Wie waren die Kurse, die du belegt hast? Was hast du sonst auf dem Campus unternommen? Hast du Tipps, wie man am besten andere Studierende kennenlernt?     

Es hat mir großen Spaß gemacht an der University of Waikato zu studieren. Die Studenten kamen von überall her, sodass man auf vier Metern Campusgrün auch schonmal sechs Sprachen hören konnte! Es war sehr hilfreich, dass das große Angebot an Fächern, Funktionen wie dem medizinischen Dienst oder dem Wellbeing Hub, Vereinen, Vorträgen und Freizeitgstaltungsmöglichkeiten in der Orientation Week vorgestellt wurde. Internationale Studenten konnten zudem extra Veranstaltungen besuchen, in denen man nicht nur eine Einführung die neuseeländische Kultur bekommen konnte, sondern sich z.B. auch über die Besonderheiten bei der Wohnungssuche oder bei Studentenjobs informieren lassen konnte. Um Leute außerhalb meiner Kurse und auch außerhalb der Uni kennenzulernen, habe ich mich ehrenamtlich betätigt, verschiedene Veranstaltungen und Ausflüge mitgemacht. Die besten Kontakte und Freundschaften habe ich allerdings als Ambassador im Wellbeing Hub der Uni und im Hamilton Community Gospel Choir geschlossen.
Meine Vorlesungen waren sehr unterschiedlich. Manche Dozenten haben ‚klassische‘ Vorträge gehalten und das Verständnis über verschiedenen Hausarbeiten abgefragt, andere haben Themen in wöchentlich wechselnden Gruppen erarbeiten lassen, wieder andere haben uns zu Semesterbeginn ein eigenes Projekt gegeben, um erlernte Theorie gleich praktisch anwenden zu können. Die Student Learning Services und Bibliothekare der Uni sind übrigens große Klasse. Sie helfen einem durch „das schaffe ich nie“-Phasen jeder Art. Man muss dazu sagen, dass ich die einzige Studentin in meinem Studiengang war. So hatte ich zwar Kurse mit vielen tollen Leuten, aber manchmal habe ich den Austausch mit direkten Mitstudenten vermisst. Während des zweiten Studienjahres hatte ich großes Glück im Unglück. Der Covid-bedingte Lockdown fiel zeitlich mit dem Beginn meiner 12-monatigen Masterarbeit zusammen. In dieser Phase habe ich selbstständig gearbeitet und konnte die Rücksprachen mit meinem Professor problemlos virtuell halten. Als die Covid-Auflagen gelockert wurden, konnte ich sogar drei Monate meines Aufenthalts mit dem Camper durchs Land reisen, während ich noch an der Masterabeit arbeitete. Anstrengend – aber so was von gut!

 

Stadt und Umgebung: Wie hat dir deine Studienstadt gefallen? Erzähle von deinen Reisen am Wochenende oder in der Semester Break.     

Neuseeländer sagen gerne, dass Hamilton nur gut ist, weil man so schnell überall hinkommt. Die günstige Lage, um in unter 60 Minuten zu den tollsten Stränden, Bergen, Wanderungen, sehenswerten Orten wie natürlichen heißen Quellen und Hobbiton oder (in 2 Stunden) nach Auckland zu kommen, ist definitiv ein riesiger Pluspunkt. Allerdings hat mich Hamilton total überrascht und ich habe mich dort richtig zu Hause gefühlt. Da Hamilton eher nicht auf der typischen Reiseliste von Touristen steht, hat man die Chance echten Kiwi Lifestyle zu erleben. Ich habe noch nie in einem so lebendigen Ort gewohnt. Es gibt tolle Cafés, bunt gemischte Läden, die zum Stöbern einladen, großartige Restaurants, wunderbare Uferwege am Waikato River, die Hamilton Gardens, den Zoo…und alles auch mit einem Studentenbudget bezahlbar. Rund ums Jahr gab es verschiedenste Events, oft auch ohne Eintritt. Im Sommer z.B. ist jeden Sonntag live Musik in den Gardens, während eine große Auswahl an Foodtrucks rund um eine riesige Picknickwiese steht. Im Frühjahr gibt es Balloons over Waikato. Langeweile kommt nie auf.
Natürlich bin ich, wann immer ich die Möglichkeit hatte, gereist. In zwei Jahren kommen einige Ausflüge, Reisen und Erlebnisse zusammen. Es gab Trips mit Freunden aus Neuseeland und Deutschland, mit meiner Familie und sogar einen 1-wöchigen Aufenthalt mit Kommilitonen in Sydney über einen meiner Dozenten. Es ist schwer zu entscheiden, von welchen ich an dieser Stelle berichte. Das beste Eis gab es auf jeden Fall am Hafen in Wellington an Silvester. Meine liebsten Wanderungen: der Routeburn Track steht definitiv ganz weit oben, verschiedene Wege rund um Mt. Taranaki, der Hakarimata Trail, Queen Charlotte … ein Highlight im nahen Umfeld von Hamilton ist auf jeden Fall die Wanderung über den Te Waihou Walkway zu den Putaruru Blue Springs. Einfach nur wunderschön! Meine Lieblingsstellen für einen kurzen Strandausflug und zum Surfen Lernen sind Maunganui Beach und seine Nachbarn rund um Tauranga. Meine liebste Strandbude: Luke’s kitchen auf der Coromandel Halbinsel zur Pohutukawa Blüte. Das schönste Kiwi Erlebnis hatte ich nahe der Okarito Lagoon, wo wir mit einer geführten Nachttour einen Kiwi in freier Wildbahn sehen konnten. Den größten Spaß an einem „Museum“ hatte ich in der pic’s Peanut Butter World in Nelson. Und bevor ich den Platz sprenge, schließe ich mit meinem liebsten Nicht-Camping-Ausflug: eine Tageswanderung entlang des Queen Charlotte Tracks mit Übernachtung in der traumhaften Lochmara Lodge.

 

Fazit: Erzähle uns von den Erfahrungen, die du in deinem Auslandssemester gemacht hast und wie es dich in deiner persönlichen Entwicklung weiter gebracht hat.     

Mein größtes Abenteuer! Ich würde keine Minute missen wollen. Ja, es gab Phasen intensiven Heimwehs und es war wirklich gruselig während der ersten Covid-Welle so weit weg von zu Hause zu sein. Ja, das große Finale des Studiums war extrem hart, da sich die letzten drei Monate der Masterarbeit mit der Heimreise, der Wohnungssuche während eines Lockdowns in Deutschland und dem Wiedereinstieg in meinen Job (auch noch mit Schichtarbeit) überschnitten hat. Aber auch aus diesen Erfahrungen ist Positives erstanden. Alte Freundschaften sind trotz meiner Abwesenheit noch enger geworden. Neue Freunde sind dazu gekommen. Ich habe so viel gelernt, nicht nur fachlich und im Austausch mit mir fremden Kulturen, sondern auch über mich selbst, meine Stärken und wie ich die Welt ein bisschen besser machen kann – das hat meinem Selbstbewusstsein sehr gut getan. Ein Auslandsstudium ist so viel mehr als eine verlängerte Urlaubsreise. Ich kann euch von ganzem Herzen empfehlen euch ins Abenteuer zu stürzen.